6. Schmiede

 

Das Schmiedefeuer, die sogenannte Esse, der Amboss und der große  Lederblasebalg zum Entfachen des Feuers waren zentrale Einrichtungen in einer Schmiede.

 

An Werkzeug gehörten Schmiedehammer (bis zu 3 kg), Vorschlaghammer (6-8  kg) und langgriffige Kneif- und Flachzangen, Meissel, unterschiedlicher Größe, Schlag- und Stieldorne und… dazu.

Die Arbeit des Schmieds war vielfältig. Er fertigte nicht nur Nägel,  sondern auch das Torfgräberwerkzeug wie etwa Sticker und Tweekrieger.  Für das winterliche Vergnügen wurden Schlittschuhe angefertigt. Für die Landwirte stellte er die Milchkannenhalterungen für die Melkräder her.

Der Schmied arbeitete auch in der Schifffahrt. Eine Spezialarbeit der  Schmiede war die Herstellung der Beschläge an den Seitenschwertern der  Tjalken, der Plattbodenschiffe.

Zur Herstellung der Löcher für die Befestigung dieser Beschläge wurden  diesen nicht durchbohrt, sondern wegen besonderer Beanspruchung mit  einem Dorn durchgeschlagen. Es hieß: ‘Dar mutt mehr Flees an sitten  blieben.’

Auch die Beschläge für das Steuerruder wurden im Kohlenfeuer geschmiedet.  Ihre Herstellung erforderte ebenfalls ein großes Können und wurde  somit auch gerne als Meisterstück angenommen.

 

Aus der Schmiede von Wilhelm Wessels aus Wiesederrfehn findet sich u.a. ein Schmiedetor mit eingearbeitetem Namen. Wilhelm Wessels, 1893 geboren,  bestand 1911 vor der Handwerkskammer in Aurich seine Meisterprüfung als Schmied. Im Meisterbrief wird ihm nun die Erlaubnis zur Führung einer  Schmiede und die Berechtigung der Lehrlingsausbildung erteilt.

Zur Ausstattung gehörten zwei interessante Maschinen, eine Stauchmaschine  zum Reifen runden. Mit dieser Maschine wurden Eisenringe gerundet, die  auf Holzräder eines Ackerwagens gezogen wurden, die das Holz vor  Verschleiss schützten. Ausserdem finden wir eine Schweißgerät von  1948, das mit Sauerstoff und Karbid betrieben wurde, hergestellt von  der Firma Weberwerke aus Siegen.

In der Schmiede ist eine Transmission angebracht. Mit Hilfe von Flachriemen wird die Energie übertragen.

Die Schmiede ist voll funktionstüchtig und dient auch als Werkstatt bei der Restaurierung und Pflege der Museumsgerätschaften.